Shopware 6 ist ein modernes, aber anspruchsvolles System: Symfony-Framework, API-first-Architektur, aufwendige Preis- und Regelberechnungen. Auf einem Standard-Webspace läuft es zwar – aber selten gut. Die Erfahrung aus hunderten Shop-Projekten zeigt: Ob ein Shop in 300 Millisekunden oder in drei Sekunden antwortet, entscheidet sich fast immer an denselben vier Stellen.
1. PHP: Version, OPcache und genügend Worker
Shopware profitiert massiv von aktuellen PHP-Versionen – jeder Versionssprung bringt messbar kürzere Antwortzeiten. Genauso wichtig: ein korrekt dimensionierter OPcache, damit der umfangreiche Code nicht bei jedem Aufruf neu kompiliert wird, und ausreichend PHP-Worker. Sind zu wenige Worker konfiguriert, stehen Besucher bei Lastspitzen in einer unsichtbaren Warteschlange – der Server ist nicht überlastet, er nimmt schlicht keine weiteren Anfragen an.
2. MySQL/MariaDB: Der unterschätzte Flaschenhals
Kategorieseiten mit vielen Filtern, Regelberechnungen im Checkout, Lagerbestandsprüfungen – Shopware stellt der Datenbank anspruchsvolle Aufgaben. Entscheidend sind ein ausreichend großer InnoDB-Buffer-Pool (die wichtigsten Daten liegen dann im RAM statt auf der Platte) und schneller NVMe-Storage für alles, was doch von der Platte kommen muss. Auf Shared-Umgebungen teilt sich Ihr Shop die Datenbankressourcen mit Dutzenden anderen Projekten – ein Grund, warum ernsthafte Shops auf einen Managed vServer oder eigene Hardware gehören.
3. Redis: Cache und Sessions vom Dateisystem holen
Ab dem ersten ernsthaften Traffic gehören HTTP-Cache, Object-Cache und Sessions in den Arbeitsspeicher – sprich: Redis. Das entlastet Datenbank und Dateisystem gleichzeitig und macht sich besonders bei angemeldeten Kunden bemerkbar, für die der Seiten-Cache nicht greift. Wichtig ist die saubere Trennung: Cache darf bei einem Neustart verloren gehen, Sessions nicht – deshalb konfigurieren wir dafür getrennte Instanzen mit unterschiedlichen Persistenz-Einstellungen.
4. Elasticsearch/OpenSearch: Ab wann es sich lohnt
Bei kleinen Katalogen reicht die MySQL-Suche. Ab einigen zehntausend Produkten oder intensiver Filternutzung wird eine dedizierte Suchtechnologie zum Gamechanger: Kategorieseiten und Suchergebnisse kommen dann aus einem darauf spezialisierten Index statt aus teuren Datenbank-Abfragen. Der Betrieb erfordert allerdings eigenes RAM und Monitoring – ein typischer Baustein, den wir im Shopware-Hosting gleich mitplanen.
Woran Sie merken, dass Ihr Hosting limitiert
- Der Shop ist morgens schnell und wird nachmittags zäh – klassisches Zeichen geteilter Ressourcen.
- Das Admin-Backend fühlt sich träge an, obwohl das Frontend gecacht schnell wirkt.
- Nach jedem Plugin mehr wird alles langsamer – der OPcache ist zu klein dimensioniert.
- Newsletter-Versand oder Feiertagsgeschäft führen zuverlässig zu Fehlern im Checkout.
Die gute Nachricht: All das ist lösbar – meist ohne dass am Shop selbst eine Zeile Code geändert werden muss. Eine auf Shopware abgestimmte Umgebung mit sauber dimensionierten Bausteinen bringt in der Praxis oft mehr als monatelange Optimierung im Shop. Wie das für Ihr Projekt aussieht, klären wir gern in einem kurzen Gespräch.